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Foto: Susanne Müller

Neues Berufsbild ab 1. August 2010: Pferdewirte sind fit für die Zukunft


Warendorf (BBR). Ab dem 1. August 2010 gibt es eine völlig neue Ausbildung zum Beruf des Pferdewirts – alles in allem ist sie praxisbezogener, moderner und serviceorientierter. Die alte Ordnung, nach der bis jetzt in den Pferdeberufen ausgebildet wurde, stammt noch aus dem Jahr 1975. Da war es längst überfällig, dass der Ausbildungsweg der heutigen Zeit angepasst wird. Einfach haben es sich die Experten der verschiedenen Behörden mit der Neuverordnung allerdings nicht gemacht - fast acht Jahre feilten sie an den Ausbildungsrichtlinien, die nun einheitlich für alle Bundesländer gelten.

Fünf Fachrichtungen
Gab es bisher die vier Schwerpunkte Reiten, Zucht und Haltung, Rennreiten und Trabrennfahren, so stehen nun fünf Fachrichtungen zur Auswahl. Berufsanfänger müssen sich entscheiden zwischen: Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, Klassische Reitausbildung, Rennen (Galopp- und Trabrennen) und Spezialreitweisen (Westernreiten und Gangpferdereiten).
Schon jetzt steht fest: Alle Fachrichtungen sind gleichwertig anzusehen und überall wird die Ausbildung handlungsorientierter. Aber auch die Schwerpunkte haben sich verschoben. Beispiel „Klassische Reitausbildung“: Bisher stand hier vor allem das Reiten und Ausbilden von Pferden im Vordergrund. Künftig wird neben dem Ausbilden von Pferden für Springen und Dressur großes Augenmerk auf das Unterrichten von Reitschülern gelegt. „Jeder Bereiter wird dann Pferdeausbilder und Reiterausbilder sein“, erklärt Hannes Müller, Ausbildungsleiter der Deutschen Reitschule und Vorstandsmitglieder der Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR). Zu ihm kommen am Ende alle Auszubildenden der Fachrichtung „Klassische Reitausbildung“, um ihre Abschlussprüfung in Warendorf abzulegen (eine Ausnahme bildet Bayern, dort wird in München geprüft).

Handlungsorientierte Prüfungen
Analog zur dreijährigen Ausbildung präsentiert sich auch die Prüfung so handlungsorientiert wie nie zuvor. Statt eine x-beliebige Mathematikaufgabe zu lösen, müssen die Prüflinge zum Beispiel die Jahreskosten eines Betriebes ermitteln. Im praktischen Prüfungsteil könnte dem Absolventen ein Pferd vorgestellt werden, dass sich auf einer Seite festmacht. Nun muss sich der Reiter ein Bild über das Pferd machen, sein Training planen, das Pferd reiten und schließlich das Ganze mündlich vor den Prüfern bewerten, um daraus die weitere Herangehensweise zu bestimmen.
„Die neue Prüfung stellt ganz klar eine Aufwertung des Berufs dar, doch es wird nichts abgefordert, was nicht zuvor ausführlich in der Ausbildung durchgenommen wurde“, bestätigt Hannes Müller. Er ist überzeugt, dass die „neuen Pferdewirte“ deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und mit ihrem breiten Fachwissen in einem attraktiven Beruf keine Zukunftssorgen hegen müssen. „Wer diese neue Ausbildung in der klassischen Reitausbildung hinter sich hat, wird weltweit eine gefragte Fachkraft sein“, ist sich Müller sicher.
Der größte Teil der Pferdewirte hat sich bislang für den Schwerpunkt „Zucht und Haltung“ entschieden. Hier gibt es nun zwei Bereiche. Wer die Fachrichtung „Haltung & Service“ einschlägt, wird sehr kundenorientiert arbeiten. Gerade in Pensionsställen sind Leute gefragt, die den Pferdebesitzern mit einer professionellen Beratung rund ums Pferd zur Seite stehen. Beim Schwerpunkt Pferdezucht werden die „Azubis“ darauf vorbereitet, in großen Gestüten, Aufzuchtbetrieben oder Hengststationen zu arbeiten.

Tipp: Infoveranstaltungen besuchen
Die neuen Prüfungen für Pferdewirte treten ab 2011 in Kraft. Bundesweit werden zum 1. Januar 2011 auch neue Prüfungsausschüsse berufen. Ebenfalls ab Januar können sich Berufsanfänger bei der BBR über die neuen Prüfungen informieren. Eine gute Gelegenheit, herauszufinden, ob man sich für den ‚Traumberuf Pferdewirt‘ eignet, sind die jährlich stattfindenden Informationsveranstaltungen der BBR. Wer möchte, kann danach sogar an einem Eignungstest teilnehmen und schon einmal erste Kontakte zu Ausbildern knüpfen.

Auskünfte:
Bundesvereinigung der Berufsreiter im Deutschen Reiter- und Fahrer-Verband e.V.
Zum Steinbrink 1
33775 Versmold
05423/9516606
Fax 05423/9516636