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Ilona Kress wird Süddeutsche Championesse 2016

Marbach, 14.08.2016 (Förderverein Marbach, Löhr). Ein bisschen wackelige Knie bekommt man schon, wenn man sich unter den Augen von Zuschauern, Richtern und Pferdebesitzern innerhalb von fünf Minuten auf ein fremdes Pferd einstellen muss. Und nicht nur das, nach der kurzen Eingewöhnungszeit muss man eben dieses Pferd, auf dem man vorher noch die geritten ist, in einer Dressurprüfung der Klasse S** vorstellen. Das ist wahrlich auch für einen Profi wie Berufsreiterin Ilona Kress nichts Alltägliches. Und dennoch hat die 45–jährige ihre Aufgabe mit Bravour gemeistert und wurde mit dem Titel des Süddeutschen Berufsreiterchampions geehrt.

Im „echten Leben“ arbeitet die Pferdewirtschaftsmeisterin als Selbstständige gemeinsam mit Pieter van der Raadt auf dem Martinshof in Zeutern. Seit ihrer Meisterprüfung im Jahr 2000 arbeiten die beiden Hand in Hand. Bereits acht Siege in der schweren Klasse kann sie bereits auf ihrem Konto verbuchen. Im letzten Jahr war sie sogar im Finale des IWEST-Cups im Rahmen der German Masters in der Stuttgarter Schleyerhalle am Start. Auf das Süddeutsche Championat der Berufsreiter ist Kress bereits im letzten Jahr aufmerksam geworden. Allerdings konnte sie damals nicht starten, da sie just an diesem Wochenende ihren Lebensgefährten Wolfgang Göbes geheiratet hat. Pieter van der Raadt ist dann schließlich alleine los gezogen und wurde Zweiter in der Gesamtwertung.
Für Ilona Kress hat das Süddeutsche Berufsreiterchampionat einen besonderen Reiz. „Es ist einfach schön und interessant zu sehen wie ein Pferd das man selbst ausgebildet hat mit einem anderen Reiter zurechtkommt“ erklärte sie und ergänzt „Wenn es dann noch so gut klappt wie in diesem Finale, erfüllt einen das als Berufsreiter schon mit Stolz!“ Allerdings macht es natürlich auch Spaß sich selbst mal auf einem anderen Pferd auszuprobieren. Von den beiden Pferden ihrer Konkurrentinnen Arancio und Donavan lag Arancio ihr persönlich besser. Hier konnte sie schnell einen guten Draht zu dem dunkelbraunen 15-jährigen Wallach finden. Ihr Gefühl wurde in der Gesamtwertung insofern bestätigt, als das Arancio zum besten Pferd des Finales gekürt wurde. Aber nicht nur ein fremdes Pferd ist gewöhnungsbedürftig, auch seine Ausrüstung. Und da das Regelwerk vorgibt das „der Sattel zum Pferd gehört“ darf dieser nicht getauscht werden. Lediglich die Steigbügellänge darf angepasst werden. „Den Sattel von Petra fand ich ganz schön unbequem. Ich bin froh das Arancio so gut zu sitzen war, sonst hätte ich wohl ein Problem bekommen“ sagt Kress und lacht.
Für die restliche Turniersaison hat sie sich schon feste Ziele gesteckt. Ein fünfjähriges Berittpferd wird sie zum Beispiel auf dem Bundeschampionat in Warendorf vorstellen. Ihr großer Wunsch wäre außerdem das Goldene Reitabzeichen endlich „voll zu kriegen“. Dazu fehlen ihr nur noch zwei S-Siege.

Weitere Informationen und die Live - Ergebnisse finden Sie auf der Internetseite des Festivals des Dressurpferdes www.dressurfestival-marbach.de