Gewonnene Preisgelder unterliegen nicht der Umsatzsteuer

Preisgelder, die ein Reiter im Falle einer erfolgreichen Teilnahme an einem Turnier erhält, stellen kein Entgelt für eine steuerbare Leistung des Reiters dar und unterliegen daher nicht der Umsatzsteuer.

Gute Nachricht für alle Turnierreiter in Deutschland: Wer ein Preisgeld erhält, das ein Turnierveranstalter platzierungsabhängig auszahlt, muss darauf keine Umsatzsteuer zahlen. Dabei ist es unerheblich, ob der Reiter Eigentümer des Pferdes ist oder nicht. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) jetzt in einem Revisionsverfahren (Az.: XI R 25/18) entschieden.

Dem Urteil zugrunde lag der Fall eines Unternehmers aus Mecklenburg-Vorpommern, der einen Ausbildungsstall für Pferde betreibt und mit den bei ihm untergebrachten Tieren regelmäßig an Reitturnieren teilnimmt. Nur die wenigsten der Pferde befinden sich in seinem Besitz, die meisten reitet er für seine Kunden. Vertraglich hatten ihm die Eigentümer der fremden Pferde eine Beteiligung am Preisgeld zugesichert, sollte er mit den Pferden erfolgreich an Turnieren teilnehmen.

Das zuständige Finanzamt sah die von den Kunden abgetretenen Preisgelder als steuerbares Entgelt an und erhob darauf ebenso wie auf die Zahlungen für Pension, Ausbildung und medizinische Versorgung der Tiere 19 Prozent Umsatzsteuer. Dagegen klagte der Stallbetreiber erfolgreich vor dem Finanzgericht. Aufgrund der Revision der Finanzverwaltung ging der Rechtsstreit in die nächste Instanz.

Doch auch der Bundesfinanzhof folgte im Kern der Argumentation des Klägers. „Sofern das Preisgeld platzierungsabhängig ausgesetzt wird, ist der Erhalt ungewiss, was auch nach Ansicht des BFH einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Überlassung des Pferdes und der möglichen Zahlung ausschließt“, erläutert Christin Possehl von der SHBB Steuerberatungsgesellschaft mbH, die den Kläger steuerlich berät. „Damit stellen die Preisgelder kein steuerbares Entgelt dar.“ Bereits 2016 habe der europäische Gerichtshof in einem vergleichbaren Fall aus Tschechien ebenso entschieden. Nach dem Urteil des BFH rät Steuerberaterin Christin Possehl Berufsreitern, die erfolgreich an Turnieren teilgenommen haben, ihre Umsatzsteuerbescheide der vergangenen Jahre genau zu prüfen und die Erstattung der auf die platzierungsabhängigen Preisgelder abgeführten Umsatzsteuer zu beantragen.

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